„Ungezügelter und zielloser Technikeinsatz löst die Energie- probleme der Unternehmen in keiner Weise.“ (Bild: Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Nitschke)
Erschienen in: Energy 2.0-Kompendium 2009, S. 46
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Energiemanagement – zentrale Aufgabe des Facility Managements

Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Nitschke Bereichsleiter Facility Management Institut für Energie und Gebäude der GSO-Hochschule Nürnberg Leitung GEFMA-Richtlinienwesen

Das Energiemanagement ist ein zentraler Bestandteil des Facility Managements, da die Energiekosten je nach Gebäudenutzung im Durchschnitt etwa 25 Prozent der gesamten Bewirtschaftungskosten ausmachen. In Zahlen ausgedrückt reden wir zum Beispiel bei Bürogebäuden von Kosten zwischen 0,60 und 1,20 Euro/qm und Monat.

Die zentrale Aufgabe des Energiemanagements wiederum besteht darin, die Kosten für die Energiebereitstellung in Gebäuden und Anlagen zu optimieren, ohne dabei den Benutzerkomfort einschließlich hygienischer Vorgaben sowie Anlagenverfügbarkeit und Nutzungsdauer der Gebäude und Anlagen einzuschränken. Insbesondere wird durch ein erfolgreiches Energiemanagement ein sparsamer Primärenergieverbrauch und eine Reduzierung der CO 2 -Emission sowie weiterer schädlicher Umwelteinwirkungen erreicht. Dies ist ein wichtiger Aspekt, da ökologische Zielkategorien zunehmend an Bedeutung gewinnen. Erinnert sei hier nur an das Trendthema „Green Building“. Der deutsche Verband für Facility Management (GEFMA e.V.) hat vor diesem Hintergrund im August 2008 zwei Richtlinien (GEFMA 124-1 und 124-2) veröffentlicht, die sich mit Möglichkeiten und Methoden der Einbettung des Energiemanagements in das Umfeld eines erfolgreichen Facility Managements beschäftigen. Ein Facility Manager setzt sich demnach im Aufgabenbereich Energiemanagement mit ökonomischen, qualitätsorientierten, ökologischen und risikobezogenen Zielkategorien auseinander. Ein wesentliches Ziel des Energiemanagements besteht darin, die Gesamtkosten für den Prozess der Energiebereitstellung, -verteilung und -anwendung im Gebäude bei einem definierten Level der Nutzungsqualität zu minimieren. Geeignete Ansatzpunkte zur Kosteneinsparung sind:

  • Zweckmäßige Gestaltung oder Erneuerung der für den Energieverbrauch maßgeblichen Gebäudeelemente beziehungsweise der Gebäudetechnik
  • Optimaler Betrieb des Gebäudes beziehungsweise der Gebäudetechnik in Hinblick auf einen möglichst geringen Energieverbrauch
  • Marktgerechter Einkauf von Energie, Hilfsstoffen, Dienstleistungen, Gebühren und sonstigem Bedarf.

Dabei ist die Festschreibung eines bestimmten Qualitätsniveaus (zum Beispiel Mindesttemperatur, Behaglichkeitsfenster) unumgänglich, da ansonsten eine Kostenreduzierung durch Absenkung der maßgeblichen Qualitätsparameter angestrebt werden könnte, was aber nicht im Sinne des Nutzers sein kann. Hier gilt es für den Betreiber sich an entsprechend vereinbarte Service Level Agreements (SLAs) zu halten.

Ökologische Ziele beschreiben ein bestimmtes Maß an Umwelteinwirkungen (zum Beispiel Treibhausgasemissionen, Schadstoff- und Schadgasemissionen, Rückstände) beziehungsweise den Verbrauch an Ressourcen (Primärenergie). In bestimmten Bereichen spielt auch die Gewährleistung einer definierten Verfügbarkeit (Versorgungssicherheit) als Prozessziel eine wichtige Rolle (Krankenhaus, Produktionsbetrieb). Welche Ziele für den einzelnen Betrieb Vorrang haben, ist abhängig von der jeweiligen Unternehmenspolitik. Eines steht aus Sicht des Facility Managements fest: Ungezügelter und zielloser Technikeinsatz löst die Energieprobleme der Unternehmen in keiner Weise. Es bedarf eines klaren abgestimmten Energiekonzeptes unter Einbeziehung von Technik, organisatorischen Weichenstellungen und Nutzerschulung. Gerade letzteres zeigt sich in einer Vielzahl von Projekten als kritische Größe für die Hebung von Einsparpotentialen im Bereich von bis zu 30 Prozent.

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