Erschienen in: Energy 2.0 Juni 2011, S. 10
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Energiewende wird teuer

Die Energiewende in Deutschland kommt. Und zwar schneller als gedacht und teurer als geplant. So sind laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Investitionen in Höhe von 200 Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren notwendig. Das Beratungs- und Softwarehaus Bestence geht davon aus, dass die Energiekonzerne und Stadtwerke einen Großteil dieser Ausgaben selbst tragen müssen. Über höhere Stromkosten alleine lassen sich laut den Energiemarktexperten die Investitionen aber nicht decken. Vielmehr müssen die Stromanbieter in erheblichen Maße Kosten einsparen. Große Einsparpotentiale sehen die Berater in erster Linie im IT-Bereich, wo zukünftig schlanke IT-Strukturen ein wichtiger Wettbewerbsvorteil sein werden. „Eine moderne und schlanke IT-Infrastruktur wird zukünftig von entscheidender Bedeutung für die Stromanbieter sein“, prognostiziert Bestence-Geschäftsführer Stefan Brock. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, gelte es die Kosten für eine moderne IT-Infrastruktur möglichst gering zu halten. Die Auslagerung oder zumindest die Abgabe von Kompetenzen an externe IT-Dienstleister seien hierfür gute Möglichkeiten. Eine Technologie, die in den letzten Jahren bei der Ausgliederung von IT-Bereichen stark an Bedeutung gewonnen hat, ist Software as a Service (SaaS). Die Gartner Group sieht in einer im August 2010 veröffentlichten Studie dementsprechend für SaaS große Marktchancen. Hinsichtlich der notwendigen und machbaren Kostenreduktionen zieht Brock folgendes Fazit: „Fest steht: Die Stromanbieter sollten auf die Energiewende vorbereitet sein. Fest steht aber auch: Die Stromanbieter können sich gut auf die Energiewende vorbereiten.“ Welche große Bedeutung die Energiewende in Deutschland hat, zeigt sich am ehemaligen Bundesumweltminister Klaus Töpfer. Der Vorsitzende der Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung sieht die Energiewende als eine Art neue industrielle Revolution an. Die Anstrengungen für diese Veränderungen sind enorm. So schätzt die Deutsche Energieagentur (Dena), dass allein in Deutschland für den Transport der grünen Energie zum Endverbraucher bis 2020 zwischen 3600 und 4500 Kilometer neuer Hochspannungsleitungen benötigt werden.

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