Erschienen in: Energy 2.0 Juli 2011, S. 10
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Kyoto: JI-Projekte sichern

Die Klimaschutzprojekte in Deutschland stehen vor dem Aus, denn das Kyoto-Protokoll endet 2012 und unter dem EU-Emissionshandel wurde bislang versäumt, die Grundlage für vergleichbare Projekte zu schaffen. Bereits jetzt sind deshalb zusätzliche Investitionen in den Klimaschutz nicht mehr attraktiv, so die Münchner Unternehmensberatung FutureCamp Climate. Hiergegen wendet sich ein Positionspapier einer breiten Allianz klimapolitisch ambitionierter Unternehmen. Bislang ist unter dem Kyoto-Protokoll die gemeinsame Implementierung – „Joint Implementation“, kurz: JI – möglich. Für derartige Projekte muss nach strengen Auflagen nachgewiesen werden, dass sie zu zusätzlichen Emissionsminderungen führen, die über die gesetzlichen Verpflichtungen wie unter dem EU-Emissionshandel hinausgehen. JI-Projekte seien deshalb grundsätzlich sehr innovativ und überdies ökologisch besonders wertvoll: Im Gegensatz zu im Ausland zugekauften Verschmutzungsrechten handele es sich um Maßnahmen in Deutschland. Dadurch werden Energieeffizienz und Klimafreundlichkeit vor Ort und über den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Rahmen hinaus verbessert. Das sei besonders nachhaltig, denn die Investitionen in Deutschland sichern Arbeitsplätze, die Emissionen werden auch über den Projektzeitraum hinaus dauerhaft gesenkt. Deutschland ist nach Angaben von FutureCamp Climate zu einem Vorreiterland der Joint Implementation geworden. Bis Ende 2012 werden so mindestens 18,6 Millionen Tonnen des Klimagases CO 2 eingespart worden sein. Um diesen Vorsprung nicht zu verspielen, fordern die Unterzeichner des Positionspapiers, dass sich Deutschland für die Ausgestaltung eines JI entsprechenden Mechanismus in der EU einsetzt, und überdies auf internationaler Ebene auf eine Fortführung von Joint Implementation hinwirkt. Um Stillstand in diesem innovativen Klimaschutzinstrument zu vermeiden, schlagen die Unterzeichner vor, die zügige Ausgestaltung auf EU-Ebene zu priorisieren. Das Positionspapier datiert auf den 18.05.2011. Es wurde unterzeichnet von Ago AG, BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, EnBW Gas GmbH, Energiecontracting Heidelberg AG, FutureCamp Climate GmbH, Imtech Contracting GmbH, Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Hessen sowie Proenergy Contracting GmbH & Co.KG

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